Brauchtum

 

Brauchtum

 

Die Menschen in früheren Zeiten lebten in ständiger Abhängigkeit vom Wetter, welches oft Aussaat und Ernte vernichtete. Besonders im Bergland bangten sie um ein beständiges Wetter.

In ihrer Not bedienten sich die Leute der kultischen Bräuche der Vorfahren, um so Verbindung zu Fruchtbarkeitsgöttern und Wachstumsgeistern herzustellen. Besonders um die Zeit der Wintersonnenwende wollten sie damit ein wieder länger werden des Tages gegenüber der Nacht erreichen.

Zum Vertreiben von dämonischen Mächten waren ebenso dämonische Masken erforderlich - SCHIACHPERCHTEN.

So ist das Perchtenlaufen das Denkmal einer längst entschwundenen Naturreligion, deren Wurzeln bis zurück in die Steinzeit reichen.

 

Der Schlag mit dem Pferdeschweif soll das Böse vertreiben und viel Glück und Gesundheit bringen.

 

Brauchtum ist etwas, das lebt und sich immer wieder weiterentwickelt.

 

Wie zum Beispiel der Brauchtum der Perchten. Früher gingen die Schafhirten mit umgedrehten Pelzjacken von Hof zu Hof und nahmen sich dort die für Sie bereitgestellten Lebensmittel.

 

Damals hatte noch jeder Angst vor dem Bösen und so traute sich kaum jemand abends auf die Straße, besonders in den Raunächten - denn da gingen angeblich die Perchten um.

 

Früher verwendete man nur Theatermasken oder einfache Holzstücke mit Löchern zum durchschauen. Die Masken wurden erst mit der Zeit perfektioniert.

 

Die heutigen Schönperchten sind auf die venezianischen Faschingsmasken zurückzuführen. Daher kann man sagen, dass das gesamte Perchtenbrauchtum eine Ansammlung verschiedener Bräuche ist.

 

Rauhnacht

 

 

Die Perchten waren in sämtlichen vier Rauhnächten unterwegs, wobei in der letzten Forstrauhnacht am 5. Jänner ihr letztes Erscheinen war. Es gibt vier Rauhnächte, wie ein Sprichwort besagt:

 

„Der Rauhnacht, do san viere, zwoar foarste und zwoar dire!“

 

Warum diese Nächte als Rauhnächte bezeichnet wurden ist nicht genau festzustellen. Es gibt zwei Deutungen. Einerseits vom „Rauchen gehen“ was vielerorts noch in der heutigen Zeit hochgehalten wird und ursprünglich böse Geister durch die Beigabe von Weihrauch vertreiben und bannen sollte und andererseits vom wilden, „rauhen“ Umgang durch die Perchten. In diesen Nächten und über diese Nächte erzählte man sich die verschiedensten, unheimlichen Mythen, Sagen und Legenden.

 

Die Rauhnächte beginnen am 21. Dezember und enden mit dem 6. Jänner.

 

In den Rauhnächten befinden sich vier heilige Nächte:

 

13. Dezember (Luziennacht) In manchen Regionen des Bayerwaldes gehört diese Nacht auch schon zu den Raunächten

 

21. Dezember (Thomasnacht / Wintersonnenwende)

 

24. Dezember (Christi Geburt, „Percht oder Reriglnacht“)

 

31. Dezember (Silvesternacht)

 

5. Januar (Forstrauhnacht vor hl. drei König)

 

Die Rauhnächte waren bei unseren Vorfahren Heilige Nächte. In ihnen wurde möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert, wahrgenommen und in der Familie gelebt.

 

Diese Rauhnächte gingen immer von Nacht zu Nacht. Also von 24.00 Uhr an Heilig Abend, der "Mutternacht" bis 24.00 Uhr am 25. Dezember - das war die erste Rauhnacht. "Nacht" deswegen, weil wir uns nach dem keltischen Jahreskreis in der Jahresnacht befinden. Somit ist der ganze Tag "Nacht". Und die letzte Rauhnacht endet um 24.00 Uhr am 5. Januar. Diese Nacht ist wieder eine besondere Nacht, die Perchten-Nacht.

 

Perchten

 

 

 

Perchten sind im alpenländischenBrauchtum vorkommende weibliche Schreckgestalten, die vor allem im Dezember und Januar auftreten. Sie weisen Ähnlichkeiten zum Krampus auf, der als Begleitung des Nikolaus auftritt. Ihr Name leitet sich vermutlich von der Sagengestalt der Perchta ab. Eine andere Theorie zu Namensgebung geht davon aus, dass sich der Begriff von Epiphanias, dem Dreikönigsfest am 6. Januar, ableitet.

 

Wichtiges Utensil der Perchten ist die Glocke, mit der der Winter ausgetrieben werden soll. Der Besuch von Perchten wird im Volksmund als glücksbringendes Omen hochgehalten. Inwieweit das Perchtenlaufen wirklich auf heidnische Bräuche zurückgeht, ist umstritten.

 

Geschichte des Perchten-Brauchtums

Eine Übertragung des Namens Perchta auf Dämonen und Geister findet man erstmals im 16. Jahrhundert. Deren wildes Treiben wurde in den folgenden Jahrhunderten im Zuge der Gegenreformation allerdings zunehmend als unchristlicher Aberglaube abgetan und es gab Anstrengungen seitens der katholischen Kirche dieses Brauchtum zu unterbinden. Eine Renaissance erlebten die Perchtenkulte erst wieder mit der Säkularisation und einer sich ändernden Einstellung zur Volkskultur im 19. Jahrhundert, und dann noch einmal gegen Ende des 20. Jahrhunderts.

 

Percht - was ist das?

Der eigentliche Name Percht leitet sich von "Frau Bercht" ab. Die Percht gilt als Schicksalsfrau und als Seelenbegleiterin.

In ihrem Gefolge befinden sich ungetaufte Kinder. So übt sie sozusagen Kontrolle aus und achtet auf Ordnung. In dieser Funktion erscheint sie zum Jahreswechsel bereits im Mittelalter. Ab dem 16. Jahrhundert wurde ihr Name auf die begleitenden Teufelsgestalten übertragen.

 

Der Rosschweif ist der ständige Begleiter der Perchten, den er trägt um böse Menschen mit einem Schlag zu bestrafen. Ausserdem waren ursprünglich die Schellen ein klares Symbol für die Perchten, die sich so vom Krampus eindeutig unterscheiden ließen.

 

Im Normalfall wird der Percht durch folgende Utensilien bekleidet:

 

Mantel/Hosenanzug aus Schaf- oder Ziegenfell

Holzmaske aus Zirben oder Lindenholz mit Ziegenbock-, Steinbock- oder Widderhörnern

Kuhglocken oder Balkenglocken (bzw. Rollen), die an einem Gürtel oder Gurt am Rücken angebracht sind. Verwendet werden entweder eine Balkenglocke, die bis in die Kniekehlen reicht, oder mehrere kleinere bis mittelgroße Kuhglocken. Die sog. Rasseln oder Schellen. Diese werden nur von Schiachperchten verwendet.

einem Rossschweif oder Kuhschwanz

 

So entstanden die jetzigen Perchten

Ein typisches Merkmal der Schiachpercht im Gegensatz zu einer Krampusmaske besteht darin, dass sich auf dem Haupt der Percht mindestens zwei Paar Hörner befinden. Ebenso wie die Percht keinen Schweif und keine Ruten aus Weiden mit sich trägt. Schellen im Gegensatz zu Glocken und Ketten bilden das Geläut der Schiachpercht. Eventuelle Begleiter der Schiachpercht sind Zapfenmandl, Schleifer und Metzger. Das sind furchtlose Männer, die vor allem in den Wäldern gewohnt haben.

Auch die Schiachpercht ist keine böse Gestalt, sondern ihr Treiben gilt als Glücks- und Fruchtbarkeitsritual.

Im Laufe der Zeit mischten sich immer mehr, zum Teil mystische Gestalten in die Gruppen. Die "Hobagas, die Zapfenmandl", die Hexen, der Tod.

Die Hobagas ist eine Mischfigur zwischen Ziege und Vogel, die symbolgemäß Parallelen erkennen lässt. Die Hexen bzw. der Tod wurden erst später von gewissen anderen Brauchtumsaktivitäten in den Perchtenlauf mit eingebunden. Sie spielen eine untergeordnete Rolle. So fegen zum Beispiel die Hexen eine Stube aus, dies symbolisiert das Böse aus dem Haus zu kehren.

Die Sage berichtet, dass Frau Percht durch das Tal zieht, die Fleißigen beschenkt und den Faulen mit der Schere den Bauch aufschlitzt.

 

In der Zeit werden die Perchten von Hexen begleitet

die eine Anlehnung an die Figur der alten Frau Percht sein sollen.

 

 

 

Hexen

 

 

Eine Hexe ist im Volksglauben eine mit Zauberkräften ausgestattete, meist weibliche, heil- oder unheilbringende Person, die im Rahmen der Christianisierung häufig mit Dämonen oder dem Teufel im Bunde geglaubt wurde.

 

Die Wurzeln des deutschen Wortes Hexe finden sich nur im westgermanischen Sprachraum: mittelhochdeutsch hecse, hesse, althochdeutsch hagzissa, hagazussa, mittelniederländisch haghetisse, altenglisch haegtesse: („gespenstisches Wesen“) – im modernen Englisch verkürzt zu hag. Die genaue Wortbedeutung ist ungeklärt; der erste Bestandteil von hagazussa ist wahrscheinlich althochdeutsch hag („Zaun, Hecke, Gehege“), der zweite ist möglicherweise mit germanisch/norwegisch tysja („Elfe, böser/guter Geist“) und litauisch dvasia „Geist, Seele“ verwandt, also vermutlich ein auf Hecken oder Grenzen befindlicher Geist.

 

Die Kräuterweiberln sind eigentlich Hexen, die mit ihren Kräutersäckchen symbolisch die Gesundheit ins Haus holen und bei ihren Tänzen mit dem Besen die bösen Geister vom Hof fegen. In der Kirche des Mittelalters galten die Hexen als Ketzer. Diese wurden verbrannt, weil sie angeblich durch ihr großes Naturwissen eine ungeheure Macht hatten. In der Natur sammelten sie Kräuter, Beeren und Blätter und machten daraus heilende Salben, Medizin oder Tee. Doch nicht immer waren die Mixturen lebensrettend. Die Kirche trieb die Menschheit mit ihren Hexenverbrennungen regelrecht in einen „Verfolgungswahn“. Dies führte manchmal soweit, daß die eigenen Nachbarn aus Eifersucht oder Haß der Hexenausübung beschuldigt wurde und dieser unverzüglich ein grausames Schicksal wiederfahren ist. Damals wurden nicht nur Frauen sondern auch Männer für Hexer/n gehalten und verbrannt. Märchenerzählungen – in denen Hexen als alte, hässliche Frauengestalten mit Warzen im Gesicht dargestellt wurden – spiegeln zum Teil ein völlig falsches Bild von deren Aussehen. Gemäß Überlieferungen waren diese überwiegend jungen, schönen und zumeist auch sehr intelligenten Frauen.

 

 

 

Nikolaus

 

 

Wer ist der heilige Nikolaus ?

Nikolaus bedeutet übersetzt: Sieg und Volk;

 

 

Schutzpatron für

Apotheker, Bäcker, Brückenbauer, Händler, Kinder, Fischer, Seefahrer, Senioren, Pilger, Reisender, Zigeuner sowie auch der Diebe und Verbrecher, auch Liebenden riefen ihn an. Sein Kult und seine Verehrung ist vor allem im slawischen Raum verbreitet, er ist der "Patron Russlands", VäterchenFrost

 

Seine Attribute mit welchen er dargestellt wird sind

Als Bischof, drei goldene Kugeln, Brot, Schiffe..

Gesicherte historische Daten gibt es über den Hl. Nikolaus nicht!

Jedoch am 6. Dezember 345 starb er der Überlieferung nach. St. Nikolaus ist der Heilige des 6.Dezember. Nikolaus war um die Wende des 4. Jht. Bischof von Myra (heute an der türkischen Mittelmeerküste). Die in Myra schon früh einsetzende Verehrung war von der Erinnerung an seine Güte bestimmt. Dieser Wesenszug kennzeichnet auch die vielfältigen Nikolausüberlieferungen welche bis heute erhalten sind.

Im 6. Jht. wurde Nikolaus zum berühmten Heiligen der griechischen Kirche und des byzantinischen Reiches.

Im 8. Jht. zog der Kult um Nikolaus in Rom ein.Die Verehrung bei uns im Westen haben wir vor allem einer Frau zu verdanken: Die griechische Kaisertochter Thephanou brachte das Wissen und den Kult um den hl. Nikolaus aus dem Osten mit, als sich des Kaisers Tochter in Rom mit dem römisch-deutschen Kaiser Otto II. 972 vermählte.

Um 980 entstehen in Brauweiler (D) die ersten Nikolauskirchen. 8. Mai 1087 wurden die damals hoch verehrten Reliquien des hl. Nikolaus vor den Sarazenen nach Bari (Italien) in Sicherhet gebracht (wo sie heute noch in der Basilika St. Nicola verehrt werden).

 

Legenden um St. Nikolaus

Diese "Übertragung" = "Translation" der Gebeine des hl. Nikolaus ist das zweite Fest des beliebten Heiligen. Dieses Fest wird auch in Freiburg gefeiert, dem Sitz des Institutes für ökumenische Studien.Grund ist, dass die Kathedrale von Freiburg dem hl. Nikolaus geweiht ist, sich also auch eine Reliquie von ihm dort befindet. Die Nikolausverehrung stieg fortan. 1089 weihte Papst Urban II. eine neu erbaute Nikolauskirche und berief darauf ein Konzil nach Bari ein.

Im 11. bis zum 16. Jht. wurden über 2200 Kirchen nach dem hl. Nikolaus diesseits der Alpen benannt.

Im 19. Jht. erst erhielt der Nikolaus vom Maler Moritz von Schwind sein heutiges Aussehen verpasst, also roter Mantel mit Bischofsmütze und weißem langen Bart.

 

Brauchtum um den heiligen Nikolaus

Seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer der Kinder belegt. Denn da schrieb der evangelische Theologe Kirchmeyer:

"Vor dem St. Nikolaustag legen Mütter für ihre Kinder Geschenke und eine Rute bereit. Die Kinder freuten sich darauf und legten ihre Kerbhölzer in die sie ihre guten Tatan einkerbten für Nikolaus bereit, sowie Futter für sein Reittier!"

Nikolaus beschenkte damals mit Nüssen, Kletzenbrot und Dörrobst, aber auch Bekleidung oder andere nützliche Dinge des täglichen Gebrauchtes.

Im Mittelalter war es der Brauch, dass Klosterschüler am Vorabend des Nikolausfestes einen"Kinderbischof" wählten. Dieser bekleidete sich mit den Gewändern eines Bischofs und "visitierte" die Klosterschule. Er bestrafte und belohnte Schüler, letzteres auch mit Süßigkeiten. Das Gedenken an den Bischof von Myra ist katholischen Ursprungs und wurde von Luther abgeschafft. Doch der Brauch war eben nicht ausrottbar!

Ab 17. Jht. grassiert der Brauch, dass der Nikolaus mit einem Begleiter (später wurde daraus der Krampus) die Kinder beschenkte oder auch schon mal wegen ihres unchristlichen Tuns tadelte! Ab 19. Jht. wird die Nikolausgestalt immer mehr verweltlicht, nicht zu letzt auch von den Medien, nämlich zum Weihnachtsmann oder Santa Heute kommt der Nikolaus meist ohne Krampus (da es nur mehr brave Kinder gibt), zu den Kleinen und befragt sie, ob sie denn "auch stets brav gewesen" sind.

Früher waren Krampus oder Knecht Ruprecht ständige Begleiter des heiligen Mannes, wedelten bedrohlich mit Rute, aber letztlich bekamen die Kinder das, was sie sich erhofften:

Süßigkeiten und Geschenke. Früher war Nikolaus der Tag der Geschenke, ähnlich wie es noch heute weitgehend in Holland es Brauch ist.

 

Brauch des Schuh befüllens

Der bekannteste Brauch zum Nikolaustag ist der, dass die Kinder ihre geputzten Schuhe oder auch Strümpfe am Vorabend ans Fenster oder vor die Tür stellen dürfen und der Nikolaus diese über Nacht befüllt.

Schon ein alter Spruch heißt:

 

"Sankt Nikolaus, leg mir ein,

was dein guter Wille mag sein.

Äpfel, Nuss und Mandelkerne

essen kleine Kinder gerne!"

 

Aber seien wir ehrlich, glauben sie wirklich, dass St. Nikolaus Stiefel trug? Es waren wohl eher die damals üblich Schuhe aus Holz, die denen Nikolaus und Krampus oder Knecht Ruprecht stapften...

 

 

 

Finstere Begleiter des heiligen Nikolaus

 

Nach altem Brauch kommt St. Nikolaus, wenn er die Kinder besucht, nicht alleine. Die Begleiter scheinen aber gar nicht zu der Heiligkeit des Mannes der Kirche zu passen. Die äußerst finsteren Gesellen heißen je nach Gegend Knecht Ruprecht, Krampus, Krampei, Miglo, Pelzmärtel, Klaubauf, Rauwuckl, Butz oder Rumpelblas. In Altbayern bzw. Berchtesgadener Land kennt man auch noch den Ganggerl (damit meint man den Teufel) und die Buttnmandln (Stroh- und Fellbuttnmandl).

 

Knecht Ruprecht

 

Der Knecht Ruprecht ist der Gehilfe des Heiligen Nikolaus, der im Brauchtum des nördlichen und mittleren deutschen Sprachraums am Vorabend des 6. Dezember zusammen mit dem Nikolaus Kinder zu Hause besucht.

 

Der Knecht Ruprecht ist in der Regel in eine braune oder schwarze Kutte gekleidet, trägt am Gürtel eine Rute und trägt Geschenke in einem Korb auf seinem Rücken – meist kleine Säcke, gefüllt mit Mandarinen, Erdnüssen, Schokolade und Lebkuchen.

 

Häufig werden die Begriffe „Knecht Ruprecht“ und „Krampus“ als Synonyme verwendet. Jedoch entstammen die Figuren verschiedenen Traditionen. Knecht Ruprecht verteilt meistens nur die Ruten für unartige Kinder, während der Krampus damit u.U. auch selbst zuschlägt.

 

Über den gesamten deutschen Sprachraum gesehen ist die Gestalt des Knecht Ruprecht weiter verbreitet als die des Krampus.

 

Krampus

 

Der Name Krampus stammt aus Wien, und hatte seinen Ursprung in finsteren Figuren die aus Dörrobst gefertigt wurden (z.B. Zwetschgenkrampus). Noch heute wird in vielen Dialekten Österreichweit etwas lebloses, vertrocknetes, verblüht- oder verdorrtes als „Krampn“, „Krempn“ oder „Krampas“ bezeichnet. Krampus: „vertrocknet, verdorrt oder leblos“. Sinn und Zweck dieser Figuren war es die bösen Geister und Dämonen zu versinnbildlichen, denn alles was man sehen und anfassen konnte war nur mehr halb so schlimm!

 

 

Zapfen oder Werch-, Wurzen- oder Waldmandl - Der Körbltrager: (Körbler, Guazltroger, Woidmo)

 

Der Körbltrager ist der treue Gefährte des Hl Nikolaus und wurde der Sage nach von ihm aus den steilen Wäldern der Berghänge geholt

 

(daher auch manchmal die Bezeichnung Woidmo). Er weicht dem Hl Nikolaus nicht von der Seite und trägt einen schweren Korb, der mit Keksen, Nüssen und Süßigkeiten (Guazl = alter Gasteiner Ausdruck für Süßigkeiten) gefüllt ist. Nach dem Nikolaus-Sprücherl, in welches auch er mit einer Strophe eingebunden ist, kniet er nieder, um dem Nikolaus das Herausnehmen der Gaben zu erleichtern.

Zum Aufstehen, aber auch um die schwere Last zu stützen hat der Körbler einen urigen Stock mit einem beleuchteten Widderkopf.

Beim Zusammentreffen mit anderen Passen verkosten sie – während sich die "Schiachen" schinden – den mitgeführten, selbstgebrannten Schnaps des jeweils anderen Körblers.

 

Die Ausrüstung des Körbltragers besteht aus Bart, Hut und Korb, die mit vielen Flechten geschmückt sind, Jacke, Lederhose, Stutzen und Bergschuhe, einem urwüchsigen Stock und einer Flasche „Selbstgebrannten“.